Bahnstrecke Hamburg-Berlin ab 14. Juni 2026 wieder frei

Der Winter mit Frost, Eis und Schnee machte der Bahn einen Strich durch die Rechnung.

Die nach der Generalsanierung ursprünglich ursprünglich geplante Fertigstellung und Eröffnung der Strecke am 1. Mai musste verschoben werden.

Wir sind sehr gespannt, ebenso wie die vielen Pendlerinnen und Pendler aus Falkensee und entlang der Strecke, und freuen uns sehr auf die Neuerungen und entspannte Regiofahrten!

Die DB informiert regelmäßig auch mit Fotos zum Stand der baulichen Maßnahmen auf der Strecke und an den Bahnhöfen. Infos finden Sie hier:

https://hamburg-berlin.deutschebahn.com/home.html

i2030-Mehr Schiene für Berlin und Brandenburg




Bahnprojekt i2030 – Sonder-SVV im April 24

Im Bahnprojekt i2030, dem geplanten sechsspurigen Schienenausbau nach Falkensee, wird inzwischen einiges klar, vieles bleibt unklar. Die Planenden halten sich mit Informationen sehr zurück. Das bemängelt nicht nur die BISF seit langem, jetzt haben sich auch Stadtverwaltung und Stadtverordnete öffentlich geäußert.
Ein interfraktioneller Antrag in der SVV fand breite Zustimmung:

  • Keine S-Bahn-Anbindung von Falkensee zu Lasten der Regionalbahn-Angebote,
  • die bestehenden Regionalbahnhalte sind zu erhalten,
  • die Trennwirkung zwischen den nördlichen und südlichen Stadtteilen und die Querungen der Trasse sind zu verbessern.
  • Die Zusammenlegung der Bahnhöfe Falkensee-Seegefeld und Albrechtshof sollte geprüft werden.

Kritisiert wird die intransparente Informations- und Kommunikationspolitik der mit der Planung beauftragten Unternehmen VBB und DB-Netz. Die Unternehmen werden aufgefordert, die Kreis-, Stadt- und Gemeindeverwaltungen, die politischen Vertretungen des Kreises und der betroffenen Städte und Gemeinden und deren jeweilige Einwohnerschaft vor Planungsentscheidungen einzubeziehen.


Die Reaktionen kamen zügig. Am 24. April begann die reguläre Stadtverordnetenversammlung bereits um 17 Uhr mit der Vorstellung und Diskussion zum aktuellen Stand der I2030 Planungen, die beteiligten Stellen und Unternehmen waren präsent!.


Die Planungen im Bahnprojekt i2030 zum Ausbau der Strecke Berlin-Spandau – Falkensee – Nauen gehen hinter den Kulissen unvermindert weiter. Einige Beteiligte sind offenbar von dem ehemals geplanten sechsspurigen Schienenausbau abgerückt, weil dieser erhebliche Probleme aufwerfen und sehr teuer werden würde. Bis Ende 2025 sollen weitere, überwiegend „schmalere“ Varianten geprüft werden.

In der Sonder-SVV am 24. April trugen der koordinierende Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) und die Deutsche Bahn (DB) den damaligen Sachstand vor. Diverse Fragen von Bürgern und Stadtverordneten wurden mehr oder weniger klar beantwortet. Es zeigte sich, dass sich die Stadtverordneten nicht genügend eingebunden fühlten. Sie pochten in verschiedenen Statements auf die Berücksichtigung der Beschlusslagen in der Falkenseer Stadtpolitik und insbesondere auf den Erhalt der Regionalbahnhöfe; eine S-Bahn dürfe nur zusätzlich gebaut werden.


Im Nachgang beschloss die SVV im Mai 2024:

„Der Bürgermeister wird aufgefordert, sich dafür einzusetzen, dass … bei der weiteren Planung des Ausbaus der Bahnstrecke zwischen Finkenkrug und Spandau im Rahmen des Projekts i2030 keine Varianten verfolgt werden, die zu einer Ausdünnung des Regionalbahn-Angebots in Falkensee führen können. Die vom VBB genannte Variante „2-gleisige Bestands-Fernbahn + 2-gleisige S-Bahnverlängerung zwischen Berlin-Spandau und Falkensee“ soll dementsprechend nicht weiter geprüft werden. Eine mögliche S-Bahn bis Falkensee soll nicht den Ausbau von 4 Gleisen für Fernbahn und Regionalbahn beeinträchtigen. Varianten mit 4-gleisiger Fern- und Re
gionalbahn mit und ohne S-Bahnverlängerung sind weiter zu verfolgen. Es wird das
Ziel bekräftigt, dass die bestehenden Regionalbahnhöfe zu erhalten sind.“
Die BISF ging bereits im Vorfeld in den inhaltlichen Austausch mit anderen Interessensgruppen, u.a. mit der Bahn-AG des Bürgervereins Finkenkrug. Zunächst wurden Kenntnisse ausgetauscht, veröffentlichte Unterlagen ausgewertet und tiefergehende
Gespräche geführt. Es gab auch einen Termin beim Landesinfrastrukturminister Rainer Genilke zusammen mit dem Falkenseer Bürgermeister und Baudezernenten, in dem auf die Sichtweise der Stadt Falkensee hingewiesen wurde (u.a. Park-and-Ride-Parkplatz Seegefeld). Die Bürgervereine einigten sich auf Forderungen gegenüber den i2030-Partnern und insbesondere gegenüber dem zuständigen Land Brandenburg, die in ausgearbeiteten Dokumenten übergeben wurden. Nachdem Länder, VBB und DB anfangs eher abwiegelten, wurden nach und nach auf Basis hartnäckiger Nachfragen weitere Unterlagen zur Verfügung gestellt, die noch weiter analysiert werden. Die DB InfraGO gab erste Planungsstudien heraus, aus denen u.a. sichtbar wurde, dass die Trasse in Spandau hinter dem Bahnhof sehr eng ist und diverse Grundstücke von einem Ausbau betroffen wären. Vom Land gab es Äußerungen, dass der Ausbau in einer ersten Phase nur vierspurig für den Fernverkehr und unter Erhalt der Regionalbahngleise und -bahnhöfe erfolgen könne. Eine S-Bahn würde dann, wenn überhaupt, erst später kommen und eine freigehaltene Trasse nutzen.
In Summe ist derzeit aber noch unklar, wo die Reise hingeht. Auch vor dem Hintergrund von derzeit bundesweit weiter abnehmenden Finanzmitteln. Die i2030-Projektpartner werden weitere Untervarianten bewerten, speziell auch die Frage, ob nicht eine S-Bahn ins Falkenhagener Feld hin zur Falkenseer Chaussee lohnenswerter sei als ein Ausbau bis nach Falkensee. Vorgeschlagene Varianten von BISF und Bürgerverein Finkenkrug wurden dem Vernehmen nach nicht in die weiteren Überlegungen übernommen.

Im Internet unter https://www.i2030.de/west gibt es aktuelle Informationen
zum Stand auf dem Korridor Spandau – Falkensee – Nauen.

Gemeinsame Pressemitteilung 21.04.2024

von der Bahn AG des Bürgervereins Finkenkrug, der Bürgerinitiative Schönes Falkensee (BISF) und dem Aktionsbündnis PRO Regionalverkehr Osthavelland:

Vorfahrt für Bahn-Regionalverkehr bei i2030 zwischen Nauen und Berlin-Spandau gefordert

Bei einem Gespräch mit Landesverkehrsminister Rainer Genilke (CDU) haben Vertreterinnen und Vertreter von Kommunen und Zivilgesellschaft beim Ausbau der Bahnstrecke zwischen Nauen und Berlin-Spandau eine Vorfahrt für den Bahn-Regionalverkehr eingefordert. Zwar gab es auch gegen die Option einer S-Bahn bis Falkensee keine grundsätzlichen Einwände, allerdings dürfe dies nicht das Regionalverkehrs-Angebot gefährden und auch nicht zum Abbau von RB-Haltepunkten führen, war der Tenor. Entscheidend sei auf der wichtigen Pendlerstrecke ins Berliner Zentrum der deutlich schnellere Bahn-Regionalverkehr, möglichst in besserer Taktung als bisher.

Aktuelle Planung – Quelle: VBB

Teilnehmende des Gesprächs waren, neben Minister Genilke und weiteren Vertretern des Ministeriums, Roger Lewandowski als Landrat des Havellandes, Barbara Richstein MdL, Gerd Gunkel (SVV Falkensee), Hans-Peter Pohl (SVV Falkensee), Kathrin Neumann (Bürgermeisterin Brieselang), Heiko Richter (Bürgermeister Falkensee), Thomas Zylla (Dezernent Falkensee), Benno König (Pendlernetzwerk Pro Regionalverkehr Osthavelland) und Detlef Hardorp (Bürgerverein Finkenkrug). Aus diesem Kreis wurden mit Blick auf den Bahn-Ausbau im Rahmen des Projekts i2030 im Korridor West vor allem folgende Punkte vorgebracht:

  • Das Projekt i2030 wird unterstützt. Der Erhalt und Ausbau der Bahn-Regionalverkehrs entspricht dabei am ehesten den Interessen der zahlreichen Pendlerinnen und Pendler aus Falkensee und Brieselang.
  • Durch den im Rahmen von i2030 vorgesehenen Bau von zwei zusätzlichen Bahngleisen für den Fern- und Regionalverkehr wird auf dem Streckenabschnitt Nauen/Berlin-Spandau ein attraktiver Regionalverkehr besser als derzeit ermöglicht, vor allem zu gleichmäßigeren Taktzeiten.
  • Ausgehend von dem derzeitigen Angebot stellen sich die Bürgerinitiativen vor, dass künftig 4 Regionalbahn-Züge von Finkenkrug, Seegefeld und Albrechtshof nach Berlin fahren werden, von Falkensee noch ein weiterer Regionalexpress (RE).
  • Gegen die ebenfalls im Rahmen von i2030 geplante Verlängerung der S-Bahn vom Bahnhof Spandau nach Falkensee (sowie auf Berliner Gebiet ins Falkenhagener Feld) gibt es dann keine Einwände, wenn dies nicht mit Einschränkungen beim Regionalverkehr verbunden ist – sonst aber schon.
  • Auf größeres Unverständnis stoßen die derzeitigen Planungen im i2030-Projekt, dass Finkenkrug nur durch die Regionalbahn und Seegefeld (mit dem neuen Park&Ride-Parkplatz) nur durch die S-Bahn angefahren werden soll. Ein Umsteigen auf dem Weg von Finkenkrug nach Seegefeld – etwa um ins neue Schwimmbad zu gelangen – wird auf Falkenseer Seite als nicht akzeptabel empfunden.
  • Ein Wegfall des RB-Haltepunktes Seegefeld wird demnach abgelehnt. Dies würde das Verkehrsangebot aus Sicht der Pendlerinnen und Pendler verschlechtern, da sich die Reisezeiten nach Berlin teilweise deutlich verlängern würden. Zudem liefe dies der Falkenseer Verkehrsplanung zuwider, die mit dem Parkraum­konzept auf eine Verteilung des Verkehrsaufkommens auf die Bahnhöfe/Haltepunkte Finkenkrug, Falkensee und Seegefeld setzt.
  • Das mit der S-Bahn-Verlängerung angestrebte Ziel einer besseren Erschließung des Spandauer Westens könnte – neben dem Abzweig ins Falkenhagener Feld – auch durch einen zusätzlichen RB-Haltepunkt am Klosterbuschweg erreicht werden. Gegenüber dem MIL wurde diese Alternative als untersuchungswürdig vorgeschlagen.
  • Dringend eingefordert wird eine Verbesserung der bislang unzureichenden Transparenz im Planungsprozess von i2030 durch eine bessere Information und Teilhabe der betroffenen Kommunen. Dem soll in einem ersten Schritt durch eine Informationsveranstaltung im Rahmen der Sitzung der SVV Falkensee am 24.4. Rechnung getragen werden, zu der auch Vertreterinnen und Vertreter Brieselangs eingeladen werden.

Das Gespräch mit Minister Genilke wurde von allen Teilnehmenden als konstruktiv und zielführend empfunden. Es wurde vereinbart, im Gespräch zu bleiben und den direkten Dialog nach Vorliegen weiterer Planungsschritte fortzusetzen.

Benno König, Sprecher des Aktionsbündnisses PRO Regionalverkehr Osthavelland


Zitate von Teilnehmenden:

Gerd-Henning Gunkel, Vorsitzender des Ausschusses für Stadtentwicklung, Umwelt, Klimaschutz und Mobilität der SVV Falkensee (Bündnis 90/Die Grünen): „Falkensee ist eine Pendlerstadt. Wir bauen in Seegefeld P+R-Plätze. Wenn in Seegefeld der RB-Halt entfällt, werden viele Menschen weiter im Zentrum der Stadt parken, um den Regionalzug zu erreichen. Das ist für die Stadt kontraproduktiv.“

Detlef Hardorp, Bahn AG des Bürgervereins Finkenkrug: „Es ist nicht nachvollziehbar, dass keine Alternativplanungen für den Bereich Klosterbuschweg für den Fall gemacht werden, dass keine S-Bahn bis Falkensee gebaut wird. Das bringt auch die Nutzen-Kosten-Untersuchung in Schieflage. Der Deutschlandtakt ermöglicht, die Haltepunkte gleichmäßiger zu verteilen – ohne Mehrkosten für die Länder, da diese Haltepunkte sowieso neu durch den Bund finanziert werden müssen.“

Benno König, Pro Regionalverkehr Osthavelland: „Für uns Pendlerinnen und Pendler haben Erhalt und Ausbau des Regionalverkehrs nach Berlin-Mitte Vorrang vor möglichen S-Bahn-Planungen, vor allem wegen der deutlich kürzeren Fahrzeiten.“

Marc-Oliver Wille, Bürgerinitiative Schönes Falkensee: „Ich staune, dass die i2030-Partner so planen, dass man auf dem Weg von Finkenkrug nach Seegefeld umsteigen müsste. Ebenso von Albrechtshof nach Jungfernheide. Wer kommt auf solche Ideen? Zusammen mit den Beeinträchtigungen bei einem sechsgleisigen Ausbau, etwa durch hohe Lärmschutzwände, gäbe es für Falkensee bei der derzeitigen S-Bahn-Planung fast nur Nachteile. Von den hohen Kosten fürs Land ganz zu schweigen.“